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Ein auf und ab – unsere Hündin ist schwer erkrankt

04.08.2009
Erstvorstellung beim TA – Bauchschmerzen, Krämpfe, angeschwollene Zitze, 40 Fieber
Rimadyl gegen Schmerzen und Entzündung (1,5 Tabletten pro Tag über 4 Tage)
Synulox 500 (2xtäglich 3/4 Tablette über 4 Tage)
Die Zitze haben wir mit einem kalten Waschlappen mit Apfelessig gekühlt – Schwellung war am Abend nicht mehr zu erkennen, nur eine leichte Rötung

05.08.2009
Schwach aber mobil, hat selbständig gefressen und getrunken

06.08.2009
man konnte annehmen, dass alles überwunden ist. Sie wollte toben und spielen. Wir haben uns nicht verleiten lassen

07.08.2009
Rückfall – wieder hohes Fieber (40) und Schmerzen im Halsbereich, Husten – frisst und trinkt nicht

Vorstellung beim TA – Angina mit stark geschwollenen Mandeln – Schwellungen allgemein bis zum Kehlkopf
Baytril
Novalgin gegen Fieber

08.08.2009
Die Nacht war der Horror – Phaja lief unruhig auf und ab – über 40 Fieber und Herzrasen – Fieberzäpfchen haben nur kurze Zeit Linderung gebracht

Am Morgen haben wir kalte Halswickel gemacht – Fieber war stark gesunken und die Unruhe war weg.

Vorstellung beim TA – starke Angina – auf die Erläuterung des Verhaltens der Nacht wurde nicht eingegangen
Baytril

Am Abend erneute Verschlechterung – steifer Hals, sehr stark schmerzempfindlich, wacklig auf den Beinen und Husten

Vorstellung beim Tierarzt – Unruhe, passive Kopfbewegung, schmerzhafter Kehlkopf, Lymphknoten geschwollen
erster Verdacht auf Hirnhautentzündung
Rimadyl, Infusion, Baytril, Diazepan falls sie keine Ruhe findet, keine feststellbaren Ausfallerscheinungen

Gegen 23:00 haben wir das Diazepanzäpfchen gegeben – die Nacht verlief dann ruhig, sie hat geschlafen und zwischen durch zweimal kräftig getrunken.

09.08.2009
Vorstellung beim Tierarzt – machte einen besseren Eindruck als am Abend zuvor
Blutbild – Verdacht auf blutenden Tumor im Bauchraum
Baytril
Überweisung zur Tierärztlichen Klinik für Kleintiere nach Panitzsch

Hat selbständig gefressen und getrunken.

Anmerkung: Eigentlich verwunderlich, dass sie bei diesen starken Halsschmerzen ihr Futter sogar ohne Wasser (nicht aufgeweicht) in größeren Mengen aus der Hand gefressen hat. Hier hätten wir stutzig werden müssen. Es waren nicht die Halsschmerzen, sondern der mal mehr oder weniger steife Hals und die damit verbundenen Schmerzen, die sie am Fressen hinderten.

10.08.2009
selbständig gefressen und getrunken

Vorstellung in der Tierklinik – 39,3 Fieber machte aber einen guten Eindruck – umfassende Untersuchung – Ultraschall keine Einblutung im Bauchraum – verstärkter Verdacht auf Hirnhautentzündung
Termin zur genaueren Untersuchung (Untersuchung des Hirnwassers) für den 17.08.2009 bekommen.

11.08.2009
starke Verschlechterung des Zustandes – steifer Hals, 39,6 Fieber, starke Schmerzen

Termin in Panitzsch zur Behandlung bzw. zur Untersuchung aus terminlichen Gründen nicht möglich. Auch eine Aufnahme in der Tierklinik Leipzig war aus Kapazitätsgründen erst ab September möglich.
Die behandelnde Tierärztin Frau Stamm der Tierklinik Panitzsch hat uns dann an die Tierärztliche Klinik Dresden Heide zu Dr. Pfeil überwiesen.

Transport nach Dresden – intensive Befragung zum gesamten Krankheitsverlauf – alles was uns eingefallen ist, was mit der Erkrankung im Zusammenhang stehen könnte, haben wir benannt.
Phaja wurde stationär aufgenommen – das war für uns ein Schock, denn damit hatten wir nicht gerechnet. Der Arzt spracht von erneutem Ultraschall, Blutanalyse, CT, MRT, Gehirnwasserpunktion …

Die Tierklinik war für uns ein Glücksfall, endlich wurden tiefgründige Untersuchungen angestellt um die Ursache dieser schweren Erkrankung zu erkennen.
Am Abend lagen erste Erkenntnisse vor – Hirnhautentzündung und ein Schatten auf der Lunge

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(Fotos Tierärztliche Klinik Dresden Heide)

12.08.2009
Zur Bestimmung der Art der Hirnhautentzündung wurde Hirnwasser entnommen und zur Untersuchung an das Labor gegeben. Eine Übertragung durch Zecken konnte auf Grund der Blutuntersuchung ausgeschlossen werden.

Der Schatten auf der Lunge sind  Einblutungen, damit erklärt sich wahrscheinlich auch die Anämie, die Ursache ist noch offen.

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(Fotos Tierärztliche Klinik Dresden Heide)
normal ist eine zartrosa Färbung

Zur Bekämpfung der Hirnhautentzündung wird vorerst Cortison verabreicht, da immer noch nicht geklärt ist, was die Ursache ist, kann die Behandlung noch nicht spezialisiert werden.

13.08.2009
Phaja geht es besser, sie hat selbständig gefressen und getrunken und versucht schon wieder ihren Kopf durch zu setzen.
Heute werden noch Ultraschalluntersuchungen am Herzen durchgeführt um einen möglichen Herzwurmbefall auszuschließen.

Die täglichen Informationen zum Zustand unserer Hündin und dem Stand der Untersuchungen durch den Leiter der Klinik Herrn Dr. Pfeil haben uns gezeigt das unsere Hündin in den besten Händen ist und alles getan wird, dass sie wieder gesund wird.

14.08.2009
Als wir uns über den Zustand unserer Hündin informieren wollten, sagte man uns, wir können sie sofort abholen.
In Dresden angekommen und nach einer kurzen Wartezeit wurden wir durch den behandelnden Arzt über den Zustand informiert. Als wir die Fotos sahen wurde uns ganz anders. Nun war uns klar was Phaja für Schmerzen gehabt haben muss.

Die genaue Ursache ist noch nicht klar, nur eins steht fest der Ausgangspunkt war die Lunge. Mit zunehmender Entzündung entwickelte sich daraus eine Gehirnhautentzündung. Mit den entsprechenden Medikamenten sollte das aber geheilt werden können.

Als wir dann unsere Hündin auf uns zukommen sahen waren wir erstaunt. So kann kein kranker Hund aussehen. Wie ein junges Rehlein sprang sie auf uns zu und freute sich uns endlich wieder zu sehen.

Dennoch ist es gar nicht so einfach sie bei uns zu haben. Jedes Geräusch, jede Bewegung lässt uns aufschrecken, alles wird bewertet. Auf der einen Seite hüpft sie durch den Garten und auf der anderen Seite atmet sie so schwer, das einem fast jeder Atemzug mit weh tut vor allem, wenn man die Bilder ihrer Lunge im Hinterkopf hat.

Man sollte noch erwähnen – was uns so auch nicht klar war – Weimaraner sind nicht sonderlich schmerzempfindlich, soll heißen, selbst die Ärzte waren überrascht, wie gut es Phaja trotz der Erkrankung geht.

Am Dienstag müssen wir wieder in die Klinik um Phaja noch einmal vorzustellen und um die Ergebnisse der Blutuntersuchungen zu besprechen.

18.08.2009
Phaja macht einen guten Gesamteindruck sie ist aber noch sehr schwach und hat häufig Husten. Sie ist seit dem wir sie wieder zu Hause haben ohne Fieber.

19.08.2009
Bereits am Mittag wurde der Husten immer stärker. Es klang wie verschleimter Husten. Fieber hatte sie keins. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt haben wir für den 20.08.09 einen erneuten Termin bekommen. Die Nacht hat sie prima geschlafen.

20.08.2009
Die erneute Röntgenaufnahme der Lunge hat keine Veränderungen zur Aufnahme vom 11.08.09 gezeigt.
Zusätzlich haben wir noch ein Bronchen erweiterndes Medikament bekommen. Die Ärztin sagte uns, dass sich wahrscheinlich einige Bronchen öffnen und dadurch der Schleim freigesetzt werden kann.
Weniger gefallen hat uns die Aussage, dass der Zustand der Lunge so bleiben könnte, da sie sehr schwer geschädigt ist.
Einen Tipp haben wir noch bekommen – wir sollen inhalieren.

21.08.2009
Fieber messen, füttern und den Berg an Tabletten verabreichen so beginnt unser Tagesablauf. Als nächstes habe ich den Inhalator aus dem Keller geholt und Nici hat Kamillentee gekocht. Eigentlich wollte Phaja ihre Nase nicht über dieses Ding halten, also hab ich ein wenig nachgeholfen. Immer wenn sie einige Atemzüge gemacht hat, hab ich ihr ein Leckerli gegeben. Es dauerte gar nicht lange und sie hat länger eingeatmet. Ohne meine Unterstützung würde es jedoch nicht funktionieren. Sie hat noch lockeren Husten.

23.08.2009
Wie an den letzten Tagen auch hatte sie kein Fieber. Sie frisst ihre täglichen Portionen und säuft sehr viel, aber das liegt an den Medikamenten.
Sie begrüßt wieder freundlich die Nachbarn und möcht mit uns Ball spielen. Aber jede Anstrengung ist ihr zu viel, dann muss sie gleich wieder husten.

24.08.2009
Heute waren wir wieder in Dresden in der Tierklinik. Nach der Anmeldung schnell auf die Waage – endlich sie nimmt wieder zu. Ihr Gewicht war auf unter 28 kg gefallen. Jetzt sind es wieder 28,3 kg.
Da die vielen Labohrwerte keine Ergebnisse hinsichtlich der Ursache gebracht haben, hat die Ärztin den schweren Sturz von Phaja wieder ins Spiel gebracht. Im Ärzteteam ist man der Meinung, dass diese starke Schädigung der Lunge auch durch ein Trauma infolge des Überschlages hervorgerufen worden sein kann. Phaja hatte sich in der letzten Juliwoche im hohen Kraut verfangen, sich überschlagen und war auf den Rücken aufgeschlagen.
Der Heilungsprozess der Lunge wird auf jeden Fall sehr langwierig sein. Ebenso ist noch offen, ob die Lunge sich vollständig erholen wird.

25.08.2009
Husten wie an jedem Morgen. Es bessert sich dann im Verlauf des Vormittags.

28.08.2009
Stetige Besserung – zwar hat die kleine Maus noch Husten und atmet schwer, ansonsten ist sie aber fast wieder die Alte. Es ist schön mit anzusehen, wie es ihr täglich besser geht und man merkt auch ihre Freude darüber. Mittlerweile stellt sie zur Begrüßung wieder ihre Pfötchen auf den Zaun und hüpft wie ein junges Reh durch die Gegend.
Dennoch bekommt sie noch ganz schön viele Medikamente, auch wenn wir eines schon absetzen und andere in der Dosis senken konnten, macht es uns immer wieder bewusst, wie schwer es Phaja erwischt hatte.

Am 4.9.09 geht es nochmal zur Bronchoskopie – wir hoffen auf eine deutliche Besserung.

04.09.2009
Sie hustet kaum noch, aber als sie das Behandlungszimmer betreten hat fing sie an. So viel hat sie in den letzten Tagen zusammen nicht gehustet.
Da die Bronchoskopie nur unter Narkose gemacht werden kann mussten wir Phaja wieder für ein paar Stunden abgeben. Ihr scheint es gefallen zu haben, hatte sie doch nun die Möglichkeiten alle Pfleger zu begrüßen. Ich bin immer wieder erstaunt mit welcher Freude sie in die Behandlungsräume geht. Andere Hunde müssen gezogen bzw. getragen werden.

Wir haben die Zeit genutzt und haben uns ein wenig in Dresden umgeschaut. Hat sich sehr viel verändert in den letzten Jahren. Wir wollten gerade etwas Essen gehen da klingelte das Handy “Sie können Phaja abholen”.

Kaum in der Klinik angekommen ging die behandelnde Ärztin mit uns in ein separates Zimmer “hier kann ich es Ihnen besser zeigen” sagte sie dazu.

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(Fotos Tierärztliche Klinik Dresden Heide)

Sie sagte uns, dass sie dieses positive Ergebnis nicht erwartet hätte. Die Einblutungen haben sich sehr stark zurück gebildet. Die Lunge sieht fast wieder so aus wie bei einem gesunden Hund.
Die Medikamente wurden neu eingestellt und so konnten wir den Heimweg wieder antreten. Phaja darf in den nächsten 3 Wochen noch nicht stärker belastet werden. Dann langsam steigern. Wie macht man das mit einem Hund der viel Bewegung und Beschäftigung braucht. Man sieht auch an ihrem Bewegungsdrang das es ihr nun endlich wieder besser geht.

30.09.2009
Wir haben es geschafft, Phaja geht es wieder wunderbar. Heute haben wir zum ersten Mal unsere große Runde um den Hufi gemacht. Schön zu sehen wie sie die Umgebung wieder neu entdeckt hat. Es wurde ja auch Zeit. Den kleinen Spaziergängen konnte sie nichts abgewinnen. Zum Glück hat sie wenigstens Äpfel und Birnen gefunden, so das doch ein wenig Freude dabei war.
Aber nun können wir es wieder richtig angehen. Wir werden uns auch bald wieder mit den Sportfreunden treffen und uns gemeinsam auf die Fährtenprüfung vorbereiten.

An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an das Ärzteteam der Tierärztlichen Klinik Dresden Heide.

02.10.2009
Heute haben wir auch von unserem Tierarzt grünes Licht bekommen, so das es nun wieder voll los gehen kann. Übrigens ihr Kampfgewicht hat Phaja schon wieder erreicht. Viel schlafen und essen hilft also beim Zunehmen.